Barbara Schmid-Federer ist Mitglied der Bildungsgruppe der CVP Schweiz, welche aktuell ein neues Bildungspapier erarbeitet. Stand Juli 2011.
Ziele des Papiers:
In Zukunft will die CVP . das weltweit einzigartige duale Bildungssystem sichern und fördern . die Harmonisierung der Volksschule weiter vorantreiben . die Hochschullandschaft den modernen Herausforderungen anpassen . Jugendarbeitslosigkeit minimieren und weiter bekämpfen . verlässliche Tagesstrukturen schaffen. Lebenslanges Lernen fördern
JA zu HarmoS – JA zu Qualität
Das HarmoS-Konkordat ist das beste Bildungsprojekt, welches die Schweiz in den vergangenen Jahren lanciert hat.
Mit HarmoS wollen die Kantone die Ziele und die Strukturen der obligatorischen Schule gesamtschweizerisch koordinieren, wie dies die neuen Bildungsartikel in der Bundesverfassung verlangen. Diese sind vom Schweizervolk im Jahre 2006 mit 86 Prozent Ja-Stimmen angenommen worden.
Das HarmoS-Konkordat gibt uns einen einheitlichen Deutschschweizer Lehrplan, einheitliche Lehrmittel, die Koordination des Fremdsprachenunterrichts in jeder Sprachregion und den Schuleintritt im Lauf des fünften Lebensjahres. Die Primarschule – inklusive Kindergarten – dauert somit 8 Jahre. Neu gibt es Blockzeiten an der Primarschule sowie Betreuungsangebote ausserhalb des Unterrichts überall dort, wo dazu ein ausgewiesener Bedarf besteht. In einer mobilen Welt ermöglichen wir somit Familien mit Kindern einen vereinfachten Kantonswechsel. Gleichzeitig wird der Besuch von Berufsschulen und Gymnasien in anderen Kantonen vereinfacht. Mit diesen Massnahmen wird der gesellschaftlichen Entwicklung Rechnung getragen und es wird die Chancengleichheit für alle Kinder zu verbessert. Mit diesen Massnahmen unterstützen wir die Vereinbarkeit von Beruf und Familie – ein Kernanliegen meiner Politik.
HarmoS ist die Antwort der Kantone, um die Herausforderungen aus den PISA-Ergebnissen zu meistern: Im Konkordat der Kantone werden Eckwerte, wie Schuleintritt, Schulpflicht, Dauer und Ziele der Bildungsstufen und deren Übergänge geregelt.
Einheitliche Lernziele lassen sich mit vergleichenden Leistungsmessungen überprüfen. Die Umsetzung von HarmoS ist sicherzustellen, für die Entwicklung des Systems (Standards, Monitoring, Lehrpläne, Kompetenzraster, etc.) braucht es einen nationalen Effort.
Kurz: HarmoS schafft einen einheitlichen ordnungspolitischen Rahmen für das Wirken der Bildungsanbieter der Volksschule. Dies ist eine notwendige Voraussetzung für die Ausrichtung des Bildungswesens auf neue gesellschaftliche Herausforderungen.
Die freie Schulwahl
Die vergangenen Jahre waren in der Schweiz – nach PISA - geprägt durch bildungspolitische Erneuerungen: Einführung von Frühenglisch und Frühfranzösisch, Erprobung von familienexternen Betreuungsangeboten, Einführung der geleiteten Schulen usw.. Das HarmoS-Konkordat, welches ich bedingungslos unterstützte, bringt erneut Änderungen und bindet in naher Zukunft viele Ressourcen.
Die sofortige Einführung der freien Schulwahl würde weitere Unruhe in unser Schulsystem bringen, was der Qualität kurzfristig abträglich wäre. Ich erachte deshalb den Zeitpunkt für die durchaus prüfenswerte Forderung nach einer freien Schulwahl als absolut verfrüht.
Aufwertung des Lehrerberufes
Ich unterstütze die Bestrebungen, den Lehrberuf aufzuwerten. Dazu gehören Karrieremöglichkeiten, eine verbesserte Durchlässigkeit bei entsprechender Weiterbildung, verschiedene Berufskategorien mit entsprechend lohnwirksamen Abstufungen und Löhne, welche die Leistung honorieren.
Lehrpersonen brauchen mehr Verbindlichkeit bei ihrer Anstellung und einen gewissen Ausgleich bei schwankenden Pensen: Nur ein sicherer Arbeitsplatz ist ein attraktiver Arbeitsplatz.
Medienkompetenz und IT-Einsatz
Der Einsatz von Computern soll bereits im frühen Schulalter gefördert werden. Wichtig ist die schnelle Erarbeitung von „Content“ – also Lernprogrammen und Lerninhalten. Die Erziehungsdirektorenkonferenz soll ein „EDK-Label“ schaffen, mit welchem private Anbieter oder kantonale Lehrmittelverlage ihre Software für den Unterricht zulassen können.
Eltern sind auf die Gefahren und Chancen im Zusammenhang mit den neuen Kommunikationstechnologien hinzuweisen und mit den technischen und erzieherischen Möglichkeiten zur Einschränkung des Internet- und Videokonsums wie von Computerspielen ihrer Kinder vertraut zu machen. Mit Public Private Partnership Aktionen lassen sich schnell und unkompliziert derartige Informationsangebote realisieren, denn Anbieter und Branche haben ein Interesse an einem massvollen und verantwortungsbewussten Umgang der Jugendlichen mit ihren Produkten. Zu diesem Zweck müssen die genannten Medien klar im Hinblick auf den Jugendschutz deklariert werden.
Die Auswirkungen des Bildschirmkonsums in allen Bereichen auf die Entwicklung der Kinder..
...in Bezug auf Intelligenz, Gesundheit, Bewegung, Sucht- und Gewaltverhalten müssen den Eltern und den Lehrpersonen durch geeignete Information bewusst gemacht werden.